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Geschichte Dölbau

Wappen Dölbau [(c): Karsten Braun]
Wappen der Ortschaft Dölbau

Siedlungsgeschichte der Ortschaft Dölbau

Die Ersterwähnung des Ortes bzw. der einzelnen Ortsteile datiert aus dem 13. / 14. Jahrhundert. Dölbau erscheint 1347 als Tolpen / Tölpe, Kleinkugel wird 1370 als parva Kubele erwähnt und Naundorf 1286 als Niendorp. Stennewitz wird 1378 als Steynewitz / Steinewitz (sténé "junger Jagdhund") erwähnt. Poppendorf und Gelte wurden im 30 jährigen Krieg zerstört, wobei ihre Namen sich bis heute als Flurbezeichnungen erhalten haben.
Diese Orte sind ursprünglich slawische Ansiedlungen, worauf die noch heute erkennbare Dorfform, der slawische Rundling, hinweist. Eine Ausnahme bildet Naundorf. Hier handelt es sich um eine germanische Gründung, was wiederum an der Dorfform, dem germanischen Rundling, zu erkennen ist.

Entwicklung

Mit dem Machtantritt des Königs Otto I. im Jahr 936 begann die allmähliche Eroberung slawischer Gebiete östlich von Saale und Elbe. Mit der Ausdehnung seines Herrschaftsgebietes nach Osten ging der Ausbau der Verkehrswege einher. Das erleichterte den Warenaustausch in diesem Gebiet und führte zu einem allmählichen wirtschaftlichen Aufschwung. In dieser Zeit werden die Namen unserer Ortsteile erstmals urkundlich erwähnt.

Naundorf wurde im 13. Jahrhundert von deutschen Kolonisten gegründet. Der Name bedeutet „das neu gegründete Dorf“. Der urkundliche Beleg lautet: 1286 Niendorp. Bereits um 1220 entstand hier die guterhaltene, spätromanische Wehrkirche. Besonders bemerkenswert an dieser Kirche ist ihr zweistufiges Säulenportal und ein Blockaltar mit einstückiger Sandplatte.
1855 wurde die Kirche mit einer Waldner – Orgel ausgestattet, die original erhalten, noch heute voll funktionstüchtig ist und auch gespielt wird.
Im 15. Jahrhundert vergrößerte Naundorf seine Flur, als das benachbarte Poppendorf einging. Durch Naundorf führte die mittelalterliche Salzstraße von Halle nach Leipzig. Naundorf gehörte seit 1347 zu Sachsen und wurde vom Amt Delitzsch verwaltet.

Dölbau, eine sorbische Siedlung, erscheint 1347 als Tolpen/ Tölpe. Dölbau gehörte ebenfalls zum Amt Delitzsch.

Das altsorbische Kleinkugel wurde etwa im 9. Jahrhundert gegründet. Der Ortsname weist auf Pferdezucht hin (Kobyla= Stute). Um parva Kubele, so die erste urkundliche Überlieferung 1371, gab es besonders viele Weideflächen, die später in Ackerland umgewandelt wurden. Kleinkugel war ursprünglich erzstiftisch und gehörte zum damaligen Saalkreis. Im Ergebnis des 30 jährigen Krieges kam es zu Brandenburg und damit zum späteren Königreich Preußen.

Stennewitz wurde von Sorben im 9./10. Jahrhundert gegründet. Der Ortsname bedeutet: Ort wo junge Hunde gezüchtet werden. Der urkundliche Beleg lautet 1378 Steynewitz (sténé "junger Jagdhund"). Stennewitz gehörte seit 1347 zum Amt Delitzsch und damit ebenfalls zu Sachsen.

Die Kabelske bei Stennewitz bildete die Grenze zwischen dem Erzbistum Magdeburg und Kursachsen. Unsere Ortsteile waren also seit dieser Zeit Grenzregion. Zwischen Stennewitz und Naundorf auf der einen Seite und Kleinkugel auf der anderen Seite kam es häufig zu Grenzstreitigkeiten. Ein Vertrag zwischen dem Erzbistum Magdeburg und Kursachsen regelte 1558 den Grenzverlauf.
Weitere Grenzveränderungen gab es nach Beendigung der Napoleonischen Befreiungskriege durch die Vereinbarungen des Wiener Kongresses 1815. Sachsen hatte an Preußen umfangreiche Gebiete abzutreten. Auf diese Weise kamen die Orte Dölbau, Naundorf und Stennewitz zu Preußen.
1936 wurde Stennewitz nach Naundorf eingemeindet.

Seit 1950 bilden Dölbau, Naundorf und Kleinkugel den Gemeindeverband Dölbau.

In früheren Zeiten erwies sich die Lage an der mittelalterlichen Salzstraße Halle - Leipzig für den bäuerlichen Handel als sehr vorteilhaft. Der Ort war und ist geprägt von der Landwirtschaft (Getreide, Zuckerrüben und Gemüse).
Ehemals wurden die Dörfer östlich der Großstadt Halle als "Küchendörfer von Halle" bezeichnet.

 

Quellenangabe:

Reide und Kabelske - eine Bachlandschaft im Fluß der Zeiten
Autoren: Hans-Werner Sonntag, Manfred Döll, René Zimmer
Herausgeber: Unabhängiges Institut für Umweltfragen 1999
ISBN: 300005099X, 9783000050992
131 Seiten

 

Der Saalkreis zur Jahrtausendwende
Verlag Manfred Becker 1999
122 Seiten

 

© Karsten Braun E-Mail

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